Artikel aus:  "ALLGEMEINE DEUTSCHE ZEITUNG FÜR RUMÄNIEN"

11. Jahrgang/Nr.2769,  Samstag, 6. Dezember 2003

 

Beilage  -  "BANATER ZEITUNG"   - 11. Jahrgang/Nr.523,   Mittwoch, 3. Dezember 2003

 

Museumseröffnung in Kleinbetschkerek

Dimitrie Tichindeal - ein Banater Aufklärer

von Alex Nebejea

 

 

„Dimitrie Tichindeal ist der einzige große Schriftsteller, der sich dafür eingesetzt hat, das rumänische Kinder aus dem Banat in ihrer Muttersprache unterrichtet werden können. sagt Maria Bobet über den Mann, dem in der Gemeinde Kleinbetschkerek/Becicherecu Mic, in der Nähe von Temeswar, ein kleines Museum gewidmet wurde. Bobet ist Bibliothekarin und überwacht auch das Museum, das im selben Gebäude wie die Bibliothek, im Kulturhaus von Kleinbetschkerek, untergebracht Ist. Es wurde vorletzte Woche. am 20. November, eröffnet. Zu diesem feierlichen Anlass reisten die Mitglieder des Kulturausschusses des Temescher Kreisrates an. DerAusschuss sicherte die Finanzierung des Museums, zusammen mit dem Bürgermeisteramt aus Kleinbetschkerek.
Dimitrie Tichindeal, neben Paul Iorgovici und C. D. Loga einer der bedeutendsten rumänischen Vertreter der Aufklärung aus dem Banat, wurde 1775 geboren. Im Laufe seines 43-jährigen Lebens war er orthodoxer Pfarrer in Kleinbetschkerek, Belint und Beregsau. Studiert hat er in Temeswar, um danach auch an der Arader Schule für Lehrer und Priester, der „Preparandia“, zu unterrichten. 1807 formulierte Tichindeal eine Bittschrift an den damaligen österreich-ungarischen Kaiser, wodurch er erreichen wollte. dass alle rumänischen Schulen aus dem Banat jeweils von Rumänen geleitet werden. Zu seinem Lebenswerk zählt ebenso ein Buch mit Fabeln. das 1814, vier Jahre vor seinem Tode, erschien. Die Idee zu einem Tichindeal-Museum wurde 1987 in die Tat umgesetzt. Damals befand es sich aber an anderer Stelle, in einem so genannten Gedenkhaus.
Dieses Gebäude gehörte zur serbischen Pfarrei der Gemeinde, bevor es durch das kommunistische Regime nationalisiert wurde. Nach der neuen Rechtslage wurde es der serbischen Gemeinde rückerstattet und das Museum musste an seinen jetzigen Ort umziehen.
Besucher können hier auf Schautafeln Daten und Bilder über das Leben und Schaffen Tichindeals, das einzig existierende Porträt des Schriftstellers, 1815 von Sava Petrovici gemalt, aber auch eine kurze Geschichte Kleinbetschkereks ablesen. „Das Museum richtet sich an alle, nicht nur an die aus unserer Gemeinde, Nach den ersten Tagen kann ich sagen. Dass es recht gut besucht wird“, sagt Maria Bobet.
 

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